EG RAUM 04
NEUE AUSGRABUNGEN UND FUNDE
Im archäologischen Ausstellungskonzept ist u. a. ein temporärer Exponatenaustausch vorgesehen, zumal durch die regelmäßigen Forschungsgrabungen auf dem Dürrnberg die Sammlungsbestände immer wieder z. T. mit sensationellen Neufunden ergänzt bzw. aufgewertet werden können. Die aktuellen Zugänge werden mitunter in unrestauriertem Zustand vorgestellt und üben so auf den Betrachter einen nicht unwesentlichen Reiz zur Vergänglichkeit aus, wie z. B. zehn Goldblechscheiben, die ehemals auf einem Gewand aufgenäht waren (V 8/Nr.5 - 2...) oder eine Situla und ein zweihenkeliges flaches Becken aus Bronze (V 7/ Nr. 34 und 39) aus Grab 353.
Einen Beitrag zum Thema Exogamie, also FREMDHEIRAT, bietet möglicherweise die ortsunübliche Trachtausstattung einer Frau mit Scheibenhalsring (V 4/ Nr. 1), dessen oberrheinische Herkunft sehr wahrscheinlich ist.
Ansatzweise lässt sich mit Hilfe von einschlägigen Arbeitsgeräten, konkret mit einem medizinischen Besteck und Amuletten, sogar der Berufszweig eines WUNDARZTES erfassen (V 5 / Nr. 2–6, 25–29 und 30/31). Vielleicht ist es nur ein Zufall, aber nur unweit von dieser Grabanlage wurde im gleichen Friedhof ein aufgebohrter Schädel mit verheilter Schabtrepanation gefunden.
Zum besseren Verständnis der Feldforschung erläutert eine Schautafel die ARCHÄOLOGISCHEN ARBEITSSCHRITTE von der Ausgrabung bis zur Publikation. Die logistischen Abläufe werden durch diverse Geräte für die elektronische Such- und Dokumentationsaufnahme (V 6) und durch Kurzinformationen zu Restaurierungstechniken (V 10) ergänzt.
Die mediale Kurzvorstellung der jährlichen Grabungsergebnisse erfolgt u. a. im Internet (www.forschungszentrum-duerrnberg.at); ausgewählte Neuzugänge werden aktuell in einer Sondervitrine (V 2) unter der Bezeichnung „DAS ARCHÄOLOGISCHE FUNDOBJEKT DES MONATS“ präsentiert.