EG RAUM 06

GELÄNDEÜBERSICHT

Von dichtem Buschwerk und Niedergehölz überwuchert, blieb der mächtige Grabhügel von GRAB 346 als eine kleine Grüninsel inmitten der raumausgreifenden Geländeveränderungen während des Dürrnberg-Straßenbaues (1980/81) verborgen und wurde erst vor wenigen Jahren nach einer Rodung als solcher erkannt. Er diente einer ADELIGEN SIPPE als Begräbnisplatz, die zuletzt um 200 v. Chr. den Leichenbrand eines Paares zusammen mit einem qualitätsvollen Trachtzubehör und der Sitte jener Zeit entsprechend, mit einem intentionell verbogenen Schwert nebst den METALLTEILEN EINES STREITWAGENS (V 13) etc. nachbestattete. In der Hauptkammer darunter hatte man u. a. die Fragmente eines z.T. verbrannten Bronzeeimers deponiert, der schon damals rund 300 Jahre älter als die übrige Ausstattung war. Die Darstellungsinhalte der beiden erhaltenen Figurenfiese (Wettstreit von zwei Musikern und Jagdszene mit einer erlegten Hirschkuh, die auf einer Stange in einer Prozession mitgeführt wird) zählen zum bekannten Repertoire der so genannten SITULENKUNST und sind in einer erstaunlich exzellenten Qualität ausgeführt (V 12).
Die Beigabeninventare der Primär- und Nachbestattung sind besondere Glanzstücke der Ausstellung und bilden zugleich den krönenden Abschluss des Themenblocks „Neue Ausgrabungen und Funde“.

Über die topographische Situation bzw. das Flächenausmaß aller Forschungs- und Notgrabungen der letzten 40 Jahre, insbesonders über archäologische Schwerpunktzonen (z. B. Eislfeld) kann man sich überblicksarti mit Hilfe von Schautafeln orientieren.