2. OG RAUM 30
VOM ERZBISCHÖFLICHEN ZUM HABSBURGISCHEN SALZ
Während der Regierungszeit des letzten Fürsterzbischofs von Salzburg Hieronymus Graf Colloredo kommt es zu großen politischen Umwälzungen in ganz Mitteleuropa und in deren Folge zum Ende Salzburgs als fürsterbischöfliche Residenz.
Die Koalitionskriege führten u. a. auch zur Besetzung Salzburgs durch Franzosen und Bayern und bewirkten, dass der (geflüchtete) Erzbischof von Wien aus im Jahre 1803 die weltliche Regierung über Salzburg niederlegte. In 13 Jahren (1803 – 1816) wechselte die Herrschaft über Salzburg zwischen Bayern, Frankreich und Österreich insgesamt fünf mal, bis das Land auf dem Wiener Kongress Österreich zugesprochen wurde.
Die wechselhafte Besitzergreifung Salzburgs bedeutete aber auch den Totalverlust der reichen Kunstsammlungen etc. allen voran die Verschleppung der gesamten Silberkammer und die Sammlung der großen Galerie der Residenz, die als „Säkularisationsgut“ von Kurfürst Ferdinand I. von Toskana nach Florenz geschafft wurden.
Unter den Habsburgern (Grenzschild) war der Betriebsstandort Hallein im Verbund des Österreichischen Salinenwesen nur von untergeordneter Bedeutung. Anstelle der beiden längst veralteten und auch unrentablen Sudhäuser in der Altstadt wurde in den Jahren 1854/62 mit dem Bau einer leistungsfähigen zentralen Salinenanlage auf der Pernerinsel (vier Flachpfannen) eine längst fällige Rationalisierung eingeleitet (V. 76/Nr. 2).
Durch die Umstellung des Salztransportes vom Schiff auf die Eisenbahn, die Salzabfüllung in Jutesäcke anstelle der von einem eigenen Handwerkszweig erzeugten Holzfässer und die Verdrängung des Holzes durch Kohle zur Befeuerung der Pfannen gingen in Hallein zwischen 1847 und 1875 mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze verloren, was große soziale Spannungen zur Folge hatte.
Der Salinenstandort Hallein erhielt mit der Inbetriebnahme einer modernen Thermokompressionsanlage in den Jahren 1954/55 den letzten Innovationsschub. Mit der Schließung der Saline Hallein und der Einstellung der Soleproduktion auf dem Dürrnberg im Jahr 1989 (geblieben ist ein touristisch genutztes Schaubergwerk) ist eine jahrtausendealt Wirtschaftstradition schon zum zweiten mal, jedoch diesmal vielleicht für immer erloschen (das erste mal wurde der Wirtschaftsstandort Dürrnberg um Christi Geburt in Zusammenhang mit der Eingliederung unserer Region in das römische Weltreich aufgegeben).