2. OG RAUM 26
DAS ROTE FÜRSTENZIMMER - DAS „WEIßE GOLD“ - PRODUKTION UND VERTRIEB
Die Sudhäuser Halleins befanden sich nicht in einem ausgewiesenen Salinenbezirk der Altstadt, sondern inmitten von Wohn- und Gewerbebauten.
Das Kernstück eines jeden Pfannhauses war die aus vielen Eisenblechen vernietete Sudpfanne. Sie hatte ein annähernd hufeisenförmiges Aussehen und maß vom „Schürloch“ für die Feuerung bis zum „Uhrend“ (Rauchabzug) durchschnittlich 14 bis 18 Meter.
Der Pfannenbetrieb war turnusmäßig auf eine Sudwoche abgestimmt und dauerte von Montag früh bis Samstag nachmittags. Nach einer Aufwärmphase von etwa 8 Stunden (zum Ausfällen des Salzes benötigte man eine Temperatur von knapp 90 Grad ), wurde alle zwei Stunden das heiße und noch feuchte Salz aus der Pfanne gezogen, in konische Holzbehälter gefüllt, mit einem Stößel verdichtet und nach einer kurzen Trocknungszeit aus der Form gestürzt (Bild Nr. 52).
Die etwa 75 kg schweren „Fuder“ wurden von Salzträgern (Stadtwappen) zwecks Nachtrocknung zu so genannten Pfieseln getragen, wo ihnen mittels einer Unterfeuerung noch ca. 15 kg Restfeuchtigkeit entzogen wurden (Bild Nr. 63).
Nach einer Zwischenlagerung der „harten Fuder“ in Magazinen (Bild Nr. 64) hatte man sie für den Export auf einer „Stoßstatt“ zu faustgroßen Salzbrocken zerschlagen (Frauenarbeit, Bild Nr. 65), in doppelkonische Transportkufen eingefüllt (Bild Nr. 66) und schließlich zu den Schiffen getragen (Bild Nr. 70).
Die Salzausfuhr auf dem Wasserweg war an den Pegelstand der Salzach gebunden. Von Ende April bis Oktober wurde in einem Turnus von zwei bis drei Tagen jeweils ein Schiffszug abgefertigt (Bild Nr. 71).