2. OG RAUM 21

DAS „BERGBAUGEZÄHE“

ARBEITSGERÄTE, AUSRÜSTUNG UND BETRIEBSORGANISATION

In der so genannten Eisen-Schlägeltechnik wurden die Stollen mit „Wirkeisen“ (auch „Kern- oder Stufeneisen“ genannt) aufgeschlagen oder erweitert, die „Verdämmer“ (Wöhrschläger) bearbeiteten die Lehmziegel zum Abdichten des Werksablasses (beim Solemesstrog) mit „Sturmschlögeln“. Die etwa 3 bis 4 m lange Fichtenstämme hatte man mit einem großen Drillbohrer auf ca. 10 cm lichte Weite aufgebohrt und von den „Strähnern“ mit großen Greifzangen zu einem hölzernen „Sulzenstren“ (Rohrleitung) verlegt.

Das „Blindgebürg“ oder der „Säuber“, das taube Material bzw. das ausgelaugte Haselgebirge wurde mit der „Bergtruhe“, einem zweirädrigen Stoßkarren, ausgefördert.

Die stark rußenden Leuchtspäne und -fackeln wurden spätestens im 19. Jahrhundert von Öllampen aus Metall abgelöst (V.62/Nr. 1 und 1). Ihr vorzeitiges Erlöschen warnte die Bergknappen vor Stickluft, der man mit Blasebalganlagen begegnete (V. 61/Nr. 3).

Vermessungspläne waren sowohl für die Betriebsführung als auch für die Sicherheit des „Berges“ (Grubengebäude) unerlässlich.

Die arbeitsteilige Organisation der einheitlich uniformierten Bergknappen hatte man selbst obertags durch Stammtischzeichen und Herbergsschilder herausgestrichen. Deren Zugehörigkeit zu spezialisierten Tätigkeitsbereichen wird mit diesen Modellen äußerst informativ veranschaulicht.

Beschränkte sich ein Besuch des Bergwerkes noch im 18. Jahrhunderts auf gelegentliche Visitationen durch seinen Betreiber und dessen hochrangige Gäste, so ist ab der Mitte des 19. Jahrhunderts ein sprunghafter Anstieg erlebnisorientierter Touristen (darunter auch Frauen) zu beobachten (V.61/Nr. 1 und 2).