1. OG RAUM 11

KELTISCHE SIEDLUNGSBAUTEN

Das prähistorische Landschaftsbild auf dem Dürrnberg wurde in der Zeit um 500 v. Chr. hauptsächlich von Kleinweilern geprägt, welche heutigen Streusiedlungen sehr ähnlich waren. Diese Gebäude errichtete man zumeist auf lang gestreckten Hangterrassen, die man an der Talseite mit großen Blocksteinreihen befestigte. Auffallend konzentrierten sich die eisenzeitlichen Siedlungsflächen anfangs um den Moserstein, den Lettenbühel und das Gelände bei der Ortskirche. Später dehnten sie sich hauptsächlich nach Osten und Nordosten bis zum Ramsaukopf aus. Auf dessen, von Felswänden umgrenzter Hochfläche entstand schließlich ein teilweise befestigter Höhensitz.

Im ständig durchfeuchteten Hochtal südwestlich davor drängten sich auf engem Raum vorwiegend Gewerbebauten. Diese standen auf Schwemmlandinseln die wiederholt überflutet wurden.

Ähnlich unseren Almhütten wurden Blockwandbauten über Steinsockeln errichtet. Die Fundamente bestanden zumeist aus lockeren Steinreihen für Rechteckbauten, mit Ausmaßen von ca. 6,5 x 3,5 m bis zu größeren Gewerbebauten mit 13 x 5 m.

DIE „EINGETIEFTE“ INSTALLATION MIT ORIGINALEN SCHWELLBALKEN ist nach einem Grabungsbefund im Feuchtbodengelände des Ramsautales entstanden. Hier wurden erstmals kreuzverschränkte Schwellbalken aus runden bzw. kantig zugerichteten Bauhölzern nachgewiesen. In einem Falle konnte sogar die aufgehende Wandstruktur anhand eines genuteten Riegelbalkens studiert werden. Die Zwischenfugen der Rundbalken hatte man mit Lehm verstrichen, dessen gekehlte Profile u. a. den Durchmesser der verwendeten Stämme wiedergeben.

Die Inneneinrichtung der Wohngebäude lässt sich, soweit es sich um Gegenstände aus organischem Material handelte z. T. nach Bilderfriesen auf eimerartigen Gefäßen aus Bronzeblech rekonstruieren; stehende Gewichtswebstühle sind z. B. bereits auf bronzezeitlichen Felszeichnungen Norditaliens überliefert.