1. OG RAUM 16

NEUE WAFFEN

Hatte man sich während der späten Hallstattzeit bei der männlichen Standardbewaffnung noch ganz nach östlichen Ausstattungsgewohnheiten orientiert, so kommt es in der Frühlaténezeit zu einer gravierenden waffentechnischen Umrüstung nach westlichem Vorbild. Als wichtigste neue Nahkampfwaffe setzte sich das SCHWERT durch. Seine Konstruktion bleibt während der ganzen Laténezeit gleich: eine lange gerade Klinge mit mehr oder weniger ausgeprägtem Mittelgrad, eine Griffangel mit Holzgriff und eine Schwertscheide aus zwei zusammengefalzten Eisenblechen (V.45/Nr.4). Die Wurflanzen werden von einer einzigen zumeist lorbeerblattförmigen Stoßlanze abgelöst, die einen längeren Schaft und gelegentlich einen Lanzenschuh am unteren Ende aufweist (V.45/Nr. 9).

Die SCHILDE waren in der Regel aus Holz oder Leder und ihre ovale Form lässt sich gelegentlich über u-fömrig gebogenen Schildrandbeschläge aus Eisenblech, seltener solche aus Bronze (V.45/Nr. 13) nachzeichnen. Als Griffschutz besaßen sie einen spindelförmigen, in der Mitte ausgehöhlten Buckel aus Holz mit einem Handgriff. Der Schild aus dickem Eisenblech aus Grab 39 (V. 45/Nr. 5) dessen Form einer aufgespannten Tierhaut (Hasenfell?) gleicht, weist große Ähnlichkeit zu einem etwas größeren Schild aus Bormio (Relief Nr. 14) auf, dessen strukturierte Oberfläche entweder auf eine genarbte Lederverzierung oder auf eine Bemalung hinweisen könnte.