1. OG RAUM 10
BERGBAUDIORAMA
Aus der räumlichen und zeitlichen Vernetzung der etwa 75 bekannten Fundstellen lässt sich heute eine begründete REKONSTRUKTION DES BERGWERKES ableiten: während der Blütezeit des Bergbaues im 6. bis 4. Jahrhundert v. Chr. wurde von einheimischen Spezialisten mit minderberechtigten, saisonalen (?) Bergarbeitern aus dem näheren und weiteren Umkreis in mehreren Revieren gleichzeitig gearbeitet. Dadurch entstanden große Abbauhallen, die bis zu 200 m Länge und etwa 30 m Breite erreichen konnten. Der ganzjährige Betrieb in den Salzgruben lässt sich aufgrund botanischer Speisereste (Exkremente) belegen. Die Belüftungsschwierigkeiten in den warmen Jahreszeiten hatte man wahrscheinlich durch die Schaffung mehrerer Ausgänge bzw. durch die künstliche Erwärmung der Luft (Wetterfeuer) überwunden.
Das „WEIßE GOLD“ IN BUNTER GESTALT bzw. kubischer Kristallstruktur – Sonderformen des SPALTBAREN „HALITS“ (würfelförmige Ausblühungen, Halit-Whysker, Haarsalze etc. aus Natrium und Chlor, V. 21) Halitkristalle können bis einen Meter Kantenlänge erreichen und Halitkristallgruppen von mehreren Tonnen Gewicht sind durchaus bekannt. Die Aufspaltung des Halits in immer kleinere Würfelchen führte in der Antike zur Vorstellung des letzten unteilbaren Bausteinchens – dem atomos.
Auf unebenem Boden, sozusagen „geländeangepasst“ verlässt man wieder das „begehbare Schaubergwerk“.