1. OG. RAUM 08

DER DÜRRNBERG

Ohne Salz kann das menschliche Leben nicht bestehen. Es ist eine Gabe des Himmels, den Irdischen geschenkt …

Wildtiere, denen die steinzeitlichen Jäger nachspürten, haben vermutlich zur Auffindung der SALZHALTIGEN QUELLEN (Quellsole) auf dem Dürrnberg vor 4500 bis 4000 Jahren geführt (Diorama, V. 14). Bei den zufällig im Gelände entdeckten Lesefunden handelt es sich um geschliffene und durchbohrte Steinäxte (bzw. deren Fragmente), sogenannte Schuhleistenkeile, die zumeist aus graugrünem Hornblendschiefer erzeugt wurden, sowie um Artefakte aus Feuerstein bzw. dem Feuerstein ähnlichen Material. Pfostengruben von Gebäuden oder gar Gräber die auf eine zeitweilige Niederlassung hinweisen würden, sind aus dieser Zeit unbekannt. Dies gilt ebenso für die folgenden Epochen der Bronze- und Urnenfelderkultur in denen Quellsole wahrscheinlich in bescheidenen Ausmaß gewonnen wurde.

Die wenigen STREUFUNDE BEZEUGEN immerhin, dass die KENNTNIS DIESER SALZHALTIGEN QUELLEN NICHT MEHR VERLORENGEGANGEN war.

Eine Dauersiedlung mit festen Wohnplätzen, Gewerbebauten, Gräberfeldern und eine kommerzielle Nutzung der Salzlagerstätten durch einen organisierten Untertagebau ist erst in der späten Eisenzeit, am Beginn des 6. Jahrhunderts v. Chr. nachweisbar. Die spezielle TOPOGRAFISCHE SITUATION DES DÜRRNBERGS ist weitgehend von steilen Hanglagen geprägt. Mit einem Geländemodell wird die prähistorische Siedlungslandschaft, die sich auf einer mittleren Höhenlage von rund 700 m entwickelte, veranschaulicht. An der Nordostflanke des so genannten Ramsaukopfes, einer von Felswänden umgrenzten Hochfläche, die vermutlich als befestigter Höhensitz genutzt wurde, führt ein Steilgraben rund 250 m tiefer ins Salzachtal. Hier auf dem Talboden, im Gebiet der oberen Altstadt von Hallein, befand sich der UMSCHLAGPLATZ FÜR DIE SALZFRACHT. Mit der schiffbaren Salzach ergaben sich hier entlang dieser natürlichen Nord-Südverbindung ausgezeichnete Handelskontakte, mit einem z.T. beachtlichen Rückfluss an Luxusgütern.